
Am Freitag gab es eine große Demonstration für und mit Menschen mit Behinderung.
Die Demonstration fand zum Disability Pride Month im Juli statt.
Das ist Englisch und heißt übersetzt: „Behinderungs-Stolz-Monat“.
In dem Monat gibt es viele Veranstaltungen.
Damit Menschen mit Behinderung sichtbar werden und bleiben.
Viele verschiedene Menschen und Gruppen haben bei der Demonstration mitgemacht.
Am Freitagnachmittag war es so weit: In München fand erstmals eine große Demonstration im Rahmen des Disability Pride Month statt. Dieser „Behinderungs-Stolz-Monat“ wird in diesem Jahr zum ersten Mal in der Landeshauptstadt gefeiert. Der gesamte Monat Juli steht im Zeichen von Menschen mit Behinderungen. Mit vielfältigen Veranstaltungen wird auf die Themen Leben mit Behinderung, Barrieren in München und auf die konsequente Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention aufmerksam gemacht. Die Demo bildete einen der Höhepunkte dieses Aktionsmonats. Dem Anliegen, Menschen mit Behinderungen damit noch mehr Sichtbarkeit und Gehör zu verschaffen, sollte dadurch Rechnung getragen werden. Zahlreiche Organisationen und Initiativen waren bei der Veranstaltung mit dabei, so auch GLL.
Unter dem kraftvollen Motto „Wir sind stolz und wir sind laut! Barrieren werden abgebaut!“ zog der Demonstrationszug vom Odeonsplatz über die Maximilianstraße und das Tal bis zum Fischbrunnen am Marienplatz. Dort erwartete die Teilnehmer*innen eine Abschlusskundgebung. Begleitet wurde die Demo unter anderem von den mitreißenden Rhythmen der Samba-Gruppe Go Brazil.
Menschen mit Behinderung sind ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft – und Behinderung ist ein Thema, das jede*n von uns im Laufe des Lebens betreffen kann. Die eigentliche Herausforderung sind dabei keineswegs die individuellen Bedürfnisse, die wir alle haben, um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und es mitzugestalten. Die wahren Hürden sind behindernde Strukturen und Haltungen, die an vielen Orten und in vielen Köpfen noch immer vorherrschen. Bei der Demonstration ging es um Protest, vor allem aber um Selbstbestimmung: darum, Sichtbarkeit zu schaffen, auf Missstände hinzuweisen und sich den öffentlichen Raum zu nehmen. Es geht auch darum, Expertise und Erfahrungswerte aktiv zu nutzen – denn wer täglich Barrieren im Alltag überwindet, weiß am besten, wie man sie abbaut. Dieses Wissen gehört direkt in die Mitte gesellschaftlicher und politischer Entscheidungen!
Schließlich geht es auch darum, unsere (Stadt-)Gesellschaft gemeinsam zu gestalten: Wir reden nicht über Menschen mit Behinderung – wir gestalten unsere Stadt mit ihnen. Eine inklusive Gesellschaft zeigt sich daran, ob wirklich alle dazugehören, mitbestimmen und teilhaben können. Auch die Organisation der Veranstaltung setzte hier Zeichen: Mit Gebärdensprachdolmetscher*innen, Fahrradrikschas, einer „Stillen Parade“ für reizempfindliche Personen und barrierefreien Toiletten vor Ort wurde Barrierefreiheit direkt vorgelebt.
Ein herzliches Dankeschön an den Behindertenbeirat und die Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt München, Daniela Maier, für die Initiative zum Disability Pride Month – sowie an alle, die mit dabei, laut und sichtbar waren!
Beitragsbild: © Boris Kuhn

